Sie wollen wissen, wie die Ausbildung abläuft, was sie erwartet und vor allem was es kostet? Dann lesen Sie hier die Geschichte von unserem Musterschüler Luftikus...
Das Erste Jahr
März
Der Traum fliegen zu lernen, führt zu einem Gastflug beim ACVL. Ergebnis: Super!
Zum Ausprobieren, ob Segelfliegen ein geeigneter Sport ist, bietet der ACVL einen Schnupperkurs an. Kosten: 90 Euro für Jugendliche, 160 Euro für Erwachsene. (10 Starts mit Lehrer). Voraussetzung: Keine ärztliche Bedenken, normale Fitness. Gute Laune kommt von alleine!
April
Die 10 Starts mit Fluglehrer waren fantastisch, auch wenn ab und zu beim Thermikfliegen der Gleichgewichtssinn an den Magen leichte Übelkeit meldete - das scheint aber normal zu sein und ist bei den letzten Starts schon wieder vergangen. Inzwischen war ich auch beim Fliegerarzt und habe meine Medical - Schließlich will ich Mitglied werden!
Mai
Der Papierkram ist fertig, das Schulen mit Fluglehrer auf den beiden ASK 21 hat begonnen, der Schnupperkurs ist den anderen Kosten angerechnet worden. Im Nachhinein war ich bei den ersten 10 Starts also noch billiger unterwegs! Alle Schüler haben immer einen Ausbildungsnachweis dabei, so dass die ehrenamtlichen Fluglehrer des Vereins immer wissen, auf welchem Ausbildungsstand ich gerade bin. Fliegen macht Spass!
Kosten für den Eintritt in den Verein:
Für Erwachsene: Aufnahmebeitrag = 300€. Dazu kommt der Jahresbeitrag für Erwachsene (350€ jährlich). Da der Eintritt zum 1. Mai erfolgt, ist für dieses Jahr nur noch = 233,32€ zu zahlen!
Für Jugendliche: 150€ Aufnahmebeitrag und 175€ Jahresbeitrag. Für dieses Jahr nur noch = 130€.
Benötigt werden noch einige Formulare und Voraussetzungen zum Eintritt in den Verein. Hier finden sich die genauen Infos.
Juli
Nach 2 Monaten Bilanz ziehen: Was habe ich erreicht? Mit welchem Aufwand?
Von 8 Wochenenden waren ca. 6 fliegbar. Ich war an jedem fliegbaren Wochenende einen Tag lang von morgens bis abends auf dem Platz und habe 3 bis 4 Starts pro Tag gemacht. Also insgesamt ca. 20 Starts. Ich merke, dass ich ein Segelflugzeug in der Luft schon ganz gut steuern kann. (Der Lehrer ist schon raus aus den Rudern und hilft nur noch mit Worten). Das Starten und Landen scheint aber ganz schön schwierig zu sein... Mir wird erzählt, wie ein Segelflugzeug fliegt und ich muss eine ganze Menge über Sicherheit und Verhalten am Platz lernen. Der Papierkram nimmt kein Ende, jetzt habe ich auch eine Zuverlässigkeitsüberprüfung beantragt, die ich für meinen Flughafenausweis brauche.
Was hat es gekostet?
Erwachsene: die 20 Starts im Doppelsitzer haben 103 Euro gekostet. Zusätzlich fallen für das Thermikfliegen (in unserem Beispiel insgesamt 2 Stunden) 19,20 Euro an. Der Fluglehrer macht seine Arbeit ehrenamtlich, also dafür keine Kosten! Jugendliche: Zunächst sind die Kosten identisch, am Ende des Jahres bekommt der Jugendliche für die Doppelsitzerstarts eine kleine Rückvergütung. Mein Medical hat mich über unseren "Vereinsarzt" knapp 30€ gekostet, die Kosten für die Zuverlässigkeitsüberprüfung lagen bei knapp 30€ - immerhin gilt die jetzt fünf Jahre.
August
Fliegen macht immer mehr Spaß! Die Jugendgruppe macht ein Ferienlager. Dieses Jahr auf einem anderen Platz. Toll: Man lernt neue Leute kennen, einen anderen Flugplatz und kommt viel mehr zum Fliegen. Die Fortschritte sind enorm! Meine Zuverlässigkeit ist jetzt auch amtlich bestätigt, und nachdem ich noch einen Platz bei einer Sicherheitsschulung ergattert habe (50€), darf ich jetzt auch stolz meinen Flughafenausweis tragen!
September
Langsam neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Auch wenn manche Schüler schon nach einer Saison alleine fliegen, bei mir hat es noch nicht geklappt. Ich habe erst 55 Starts im Flugbuch stehen, das reicht noch nicht ganz zum sicheren ersten Alleinflug. Da der Lehrer dafür die Verantwortung trägt, auch wenn er am Boden nichts mehr machen kann...., ist das ja auch verständlich.
Was hat es gekostet?
55 Starts haben insgesamt 283,25 Euro gekostet. Dazu kommen 6 Stunden Thermikfliegen (ja, Luftikus ist mit Lehrer schon richtig weit Überland geflogen!). Kosten für das Thermikfliegen im Doppelsitzer: 57,60 Euro.
Total also: 340,85 Euro.
Segelfliegen ist gar nicht so teuer! Für dieses Geld ist unser Schüler den Vögeln schon ein gutes Stück näher gekommen. Das Fliegen eines Flugzeuges scheint gar nicht so schwer zu sein, die Kameradschaft auf dem Platz will niemand mehr missen und die tollen Rückholtouren haben Appetit auf Überlandfliegen gemacht!!
Ende Oktober
"Abfliegen". Die Flugzeuge werden auseinandergebaut und für die Winterarbeit vorbereitet. Ein neues Kapitel für angehende Segelflieger! Jedes Flugzeug bekommt im Laufe des Winters einen super gründlichen Check. Reparaturen werden von dazu berechtigten Mitgliedern durchgeführt. Alle Flügel und Rümpfe werden poliert. Es gibt eine ganze Menge zu tun! Sicherheit ist unser oberstes Gebot.
Was hat es gekostet?
Die Arbeit kostet nichts! Im Gegenteil: Wer nicht arbeitet, zahlt in die Kasse ein:
Jedes aktive Mitglied muss 30 Stunden arbeiten. (Die Stunden werden auf einer Karte dokumentiert und vom Werkstattleiter abgezeichnet). Für jede nicht geleistete Stunde müssen 10-20 Euro eingezahlt werden. Luftikus war schlau und hat insgesamt 50 Stunden gearbeitet: Dafür bekommt er ein Anrecht auf Flugzeit. (Das hängt natürlich vom Fleiß ab).
Wintersaison
Als Flugschüler habe ich abends und auch mal am Wochenende Theorieunterricht. Dieser ist gar nicht so grau! Man lernt Aerodynamik, Verhalten in besonderen Fällen, Luftrecht (na ja, manchmal ist die Theorie doch ein wenig grau...), Technik, Navigation, etc. Und besonders wichtig für das erste Alleinfliegen: Sprechfunkunterricht. (Auch dafür braucht man eine Prüfung!) Wenn man das Funksprechzeugnis dann hat, darf man sogar große Flugplätze anfliegen!
Was hat es gekostet?
Kosten für den Theorieunterricht fallen nicht an, da auch dieser Unterricht ehrenamtlich geleistet wird. Wer eine Prüfung macht, zahlt lediglich die Prüfungsgebühren.
Das zweite Jahr
März
Endlich wieder fliegen! Die Fluglehrer haben mich schnell wieder auf den Stand vom letzten Herbst gebracht. Meine Fortschritte sind deutlich.
April
Riesenschreck!
Ein Donnerschlag beim Start an der Winde, das Flugzeug hängt ganz blöd rum, aber ich weiß was zu tun ist: NACHDRÜCKEN
Das habe ich ja nun oft genug in Gedanken immer wieder durchgespielt. Ein Seilriss kann immer mal passieren und ist gut beherrschbar, wenn man sich an die Regeln hält!
Was hat es gekostet?
Was hat das neue Jahr gekostet: Am Anfang des Jahres war der Mitgliedsbeitrag fällig. (Erw. 350 Euro. Jugendliche 175 Euro).
Mai
Der erste Alleinflug kam dann doch ziemlich überraschend!!! Eines Tages am späten Nachmittag bei ruhigem Wetter sagt der Lehrer: Der nächste Start ist solo!
Ich habe mich riesig gefreut, aber ein bisschen Bammel war auch da: Ich alleine in der Luft mit dem wertvollen Flugzeug... und mein Leben ganz allein in meiner Hand!? Mit dem Lehrer dann noch mal alles durchgegangen und los: Es hat prima geklappt. Nach 3 Starts gab´s dann eine kleine Zeremonie: Gratulation vom Lehrer, Ansprache, dann -für das richtige Gefühl im Hintern- von allen einen Klaps auf den Allerwertesten (manche hauen auch schon mal ordentlich zu- aber was erträgt man nicht alles für die fliegerische Zukunft!), und dann Anteilnahme und allgemeine Freude! Bis zum ersten Alleinflug habe ich 80 Starts gebraucht.
Was hat es gekostet?
Im 2. Jahr sind für die 25 Flüge bis zum Alleinflug 128,75 Euro angefallen. Plus 3 Stunden Thermik = 28,80 Euro.
Juni
Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Noch etliche Starts alleine auf dem Doppelsitzer, dann werde ich umgeschult auf die schicke LS4.
Was hat es gekostet?
Das Umschulen auf ein neues Flugzeugmuster kostet jeweils 25 Euro.
August
Ich fühle mich in der Luft immer sicherer. Ab und zu fliegt ein Lehrer im Doppelsitzer wieder mit mir und dann ist Feinarbeit angesagt. Thermik zentrieren. Steilkurven, hochgezogene Fahrtkurven, Landen aus ungewohnten Positionen, Langsamflug, etc.
Habe jetzt auf dem neuen Muster (LS4) 25 Starts gemacht und bin insgesamt 5 Stunden Thermik geflogen.
Was hat es gekostet?
Die LS 4 kostet pro Start 4,60 Euro. Pro Minute Thermikfliegen (nach den ersten 10 Minuten Flugzeit) fallen 0,12 Euro an. Unser "Musterschüler" hat auf der LS4 25 Starts gemacht = 115,00 Euro. Thermik: 5 Stunden = 36,00 Euro.
Gesamt also: 151,00 Euro
Oktober
Der Zyklus ist wie letztes Jahr: Winterarbeit und jetzt noch der Endspurt zur theoretischen Prüfung! Das Funksprechzeugnis habe ich schon in der Tasche - im letzten Jahr schon erfolgreich die Prüfung bestanden!
Das dritte Jahr
Kosten im 3. Jahr: Jahresbeitrag natürlich. Durch Winterarbeit wieder 80 Euro Guthaben. (Hängt vom Einsatz ab).
Frühjahr
Bis zur praktischen Prüfung noch ca. 40 Starts auf der LS 4 gemacht. Noch ca 4 Stunden Thermik geflogen. Nach der bestandenen theoretischen Prüfung noch einen 50 Kilometer-Überlandflug gemacht. So kann ich nun ab Sommer, nach der bestandenen praktischen Prüfung, eigenverantwortlich fliegen darf. Übrigens war -gemessen am ersten Alleinflug- die praktische Prüfung ein Klacks!
Was hat es gekostet?
Flugkosten im neuen Jahr bis zur praktischen Prüfung: 40 Starts auf der LS 4 = 184,00 Euro. Thermikfliegen 4 Stunden = 28,80 Euro. Gesamt also: 212,80 Euro.
Sommer
Es geht weiter, ich fliege immer mehr Überland, werde eingewiesen auf neue Muster und lerne ständig dazu.
Vielleicht das größte Erlebnis ist das Fliegen mit den Vögeln... die Landschaft von oben zu betrachten... nur mit
Wind und Wetter unterwegs zu sein... stundenlanges Gleiten im Luftmeer verschafft eine Ruhe, die wohl nur ein
Flieger nachvollziehen kann...
Bilanz unseres Musterschülers
Vom allerersten Anfang bis zum Scheinerhalt war der zeitliche Aufwand 2,5 Jahre.
(Dass diese Zeit länger, oder auch kürzer sein kann, hängt natürlich stark vom Einsatz ab).
Gesamtaufwand in den 2,5 Jahren:
3 Jahresbeiträge+ Aufnahmegebühr
Erwachsener: 1350 Euro.
Jugendlicher: 825 Euro.
Kosten für das Fliegen:
Für die Starts ca. 750 Euro.
Für die Thermikzeit ca. 150 Euro. (Hier kann man schon sehen, dass die hauptsächlichen Kosten durch
die in der Ausbildung notwendigen Starts entstehen, die Thermikkosten sind vergleichsweise moderat).
Total: (Gesamtkosten inkl. aller einzurechnenden Posten)
Erwachsener: 2450,00 Euro
Jugendlicher: 1925,00 Euro.
Mittelwert Erwachsener: 2450 Euro geteilt durch 36 Monate = 68 Euro monatlich. Wer weniger arbeitet,
oder / und mehr fliegt, hat natürlich einen höheren Aufwand.
Diese Zahlen sollen Ihrer besseren Information dienen. Die tatsächlichen Kosten hängen vom persönlichen Können und Engagement ab und werden von den hier genannten Zahlen abweichen.





