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Lübecks Segelflieger starten wieder

veröffentlicht um 31.08.2014, 23:18 von Winfried Schöch

Die Kette am Flugplatztor ist weg, die Lübecker Segelflieger dürfen endlich wieder vom Flugplatz Blankensee aus starten. Am ersten Flugwochenende seit Ende Juni konnten schon wieder an die hundert Starts mit Segelflugzeugen und Motorseglern problemlos durchgeführt werden. In Kürze soll öffentlich gefeiert werden, dass der Segelflugverein seine über 60-jährige Tradition offenbar auch unter dem neuen Flughafenbesitzer fortführen kann.


Flugschüler Nico Voß (17) durfte zum
ersten Mal Leistungseinsitzer fliegen
Über eine langfristige Verlängerung ihres Pachtvertrages müssen die Mitglieder des Aero Club von Lübeck e.V. zwar noch weiter mit dem neuen Betreiber des Flugplatzes verhandeln. Um aber zumindest die letzten Wochen der Flugsaison noch zum sportlichen Segelflug und zur Segelflugausbildung nutzen zu können, haben Verein und Betreiber jetzt endlich eine für beide Seiten akzeptable Übergangsregelung getroffen. Nach zwei zermürbenden Monaten ohne Flugbetrieb in Lübeck sind die Mitglieder erleichtert, dass sie auch in Zukunft weiter von Lübeck aus fliegen können. Der erste Vorsitzende, Rüdiger Kosemund, lud die Mitglieder am Freitagabend zu einem „kleinen Kettenfest“ ein, Geschäftsführer Joachim Häusler kümmerte sich wie gewohnt persönlich um das leibliche Wohl der Piloten. Und der Geschäftsführer der PuRen GmbH, Markus Matthießen, wünschte den Mitgliedern „eine gute Thermik und gute Flüge“.

In den vergangenen zwei Monaten mussten viele Gäste immer wieder vertröstet werden. Die in den Sommerferien seit vielen Jahren regelmäßig angebotenen Ferienpassflüge mussten zunächst komplett abgesagt werden. Der Verein hat aber beschlossen, diese Flüge im September soweit es geht nachzuholen – am ersten Flugwochenende nach der Zwangspause konnte gleich acht Schülern mit ihren Familien ein besonderes Erlebnis geboten werden. Der Hochschulsport-Kurs zum Segelfliegen für Studierende in Lübeck und Hamburg stand bis zum Schluss auf der Kippe, kann nun aber mit einer Woche Verzögerung doch noch stattfinden.

Die Rückkehr auf den Flugplatz soll in Kürze mit einer Feier für alle Segelfluginteressierten aus Lübeck und der Region gefeiert werden. Details zu der Feier werden auf der Internet-Seite des Vereins unter der Adresse www.acvl.de veröffentlicht. Natürlich werden Gäste auch bei dieser Feier die Gelegenheit nutzen können, selbst einmal einen Start im Segelflugzeug zu probieren.

Hintergrund:

Der über Jahrzehnte bestehende Pachtvertrag für das Vereinsgelände auf der Südseite war gerade zu dem Zeitpunkt ausgelaufen, als die Flughafen-Betreibergesellschaft Insolvenz anmelden musste. Die bis dahin schon zähen Verhandlungen über eine Pachtverlängerung kamen damit zunächst vollständig zum Stillstand. Eine vom Notgeschäftsführer vorgelegte erste Nutzungsvereinbarung hätte den Verein finanziell völlig überfordert. So mussten die Segelflieger ausgerechnet mitten in der Saison am Boden bleiben: ohne eine Nutzungsvereinbarung wollte der Flughafenbetreiber die Sportpiloten nicht fliegen lassen. Vom 1. Juli bis zum 29. August wurde das Tor zum Vereinsgelände mit einer Kette versperrt.

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