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Kein fliegendes Klassenzimmer am Lübecker Flughafen

veröffentlicht um 21.07.2014, 13:57 von Winfried Schöch
Pressemitteilung vom 4.7.2014

Das Startverbot für die Lübecker Segelflieger trifft heute auch die Schüler einer Klasse der Elisabeth-Selbert-
Gemeinschaftsschule Bad Schwartau. Zum krönenden Abschluss des Schuljahres hatte die Klassenlehrerin Kerstin Graf, die selbst Pilotin im Aero Club von Lübeck ist, ihre Schüler mit deren Eltern und Lehrern zu einem Schnuppertag auf dem Segelfluggelände am Flugplatz Blankensee eingeladen.

Da so eine Veranstaltung für über 50 Personen natürlich einige Vorbereitungszeit benötigt, war die Planung längst abgeschlossen, als das abrupte Pachtende die Lübecker Segelflieger am Dienstag überraschte: damals durften sie noch davon ausgehen, dass das Versprechen von Herrn Amar weiter gelten würde. Der hatte noch kurz vor seinem Verschwinden erklärt, dass die Segelflieger sich keine Sorgen machen sollten: sie würden "für immer" am Flugplatz Lübeck willkommen sein. Herr Weegen war zu diesem Zeitpunkt bereits am Flughafen tätig und hat seinerseits noch im März versprochen, dass im April die Pachtvertragsverlängerung verhandelt würde.

Da der Geschäftsführer der insolventen Betreibergesellschaft nun jedoch jeglichen Segelflugbetrieb für die Segelflieger des Vereins verbietet und das Tor 17, über dass die Mitglieder bisher ihr Club-Heim und Vereinsgelände erreicht haben, wieder mit einer schweren Kette des Flughafens versperrt wurde, können in dieser Situation natürlich auch keinerlei Gastflüge durchgeführt werden. Ebenfalls betroffen ist die Ferienpass-Aktion; seit vielen Jahren hat der Aero Club von Lübeck in den Sommerferien immer Schülern das Mitfliegen im Segelflugzeug ermöglicht. Dieses Jahr müssen die Segelflieger den bereits angemeldeten Jugendlichen leider wieder absagen.

Unterdessen bereiten die Segelflieger den Umzug vor. Während sich die Suche nach geeigneten Flächen für einen Segelflugbetrieb in der Nähe von Lübeck ausgesprochen schwer gestaltet, gibt es immerhin einen ganz kleinen Trost für die Lübecker Piloten: benachbarte Vereine haben sich sofort nach der Nachricht vom Rauswurf in Lübeck solidarisch erklärt und angeboten, dass zumindest einige Schulstarts der Lübecker auf deren Segelfluggeländen möglich gemacht werden. Nur ausgerechnet die jugendlichen Flugschüler aus Lübeck werden es besonders schwer haben, ihre Ausbildung fortzusetzen: für die bedeutet die Fahrt bis nach Mölln oder Wahlstedt einen besonders großen Aufwand.

Noch hoffen die Lübecker Segelflieger, dass vielleicht mit einem nachfolgenden Betreiber doch noch eine Lösung für eine Rückkehr nach Lübeck gefunden werden kann.
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