Landesliga 2012‎ > ‎

Woche 21 (13.-19.8.): Starker Wochenbeginn, Badewetter am Wochenende

veröffentlicht um 22.08.2012, 01:31 von Florian Mösch   [ aktualisiert 22.08.2012, 04:19 von Winfried Schöch ]

Alle Tabellen finden sich wie immer in der PDF-Datei.

Landesliga

Die Luftmasse, die uns in Woche 20 das Rekord-Wochenende bescherte, hielt ihre Qualität noch ein wenig.

Am Montag waren immer noch 23 Piloten aktiv und bis Platz 12 wurden über 500 Punkte erflogen! Das Wetter war anspruchsvoller als am Sonntag, tolle Wolkenstraßen wechselten sich mit Ausbreitungen und großen blauen Löchern ab. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse des Tages: Den Tages- und damit auch Wochensieg errang Axel Looft (Grambek, LS1-c) mit einem angemeldeten 470-km-Dreieck (OLC: 511 km) über Neuruppin und Wilsche knapp vor Vereinskamerad Jörg Arnold (ASW 20, siehe Fotos), der auf ähnlicher Strecke sogar 525 km anmeldete. Platz drei bis fünf gingen an Lübecker, wobei man die Unterschiede in den Punkten schon mit der Lupe suchen muss: Hartmut Döhler (Discus 2c) flog ein angemeldetes 500er-Dreieck über Neustrelitz und Wolfsburg, im OLC-Plus hatte er damit gerade einmal 0,07 Punkte Vorsprung auf Eckhard Schwartz mit Co Nadine Sevegnani im Duo und 6,1 Punkte Vorsprung auf Jan-Hinnerk Scheel mit Nimbus 4DM, die jeweils Jojos Richtung Dresden flogen. Jan-Hinnerk gelang mit Wende Großenhain in Sachsen (bei Riesa) der weiteste Flug der Woche: 764 km. Platz 6-9 des Tages gingen an die schon aus Woche 20 verdächtigen Pinneberger und Kropper in Oehna, der Vorsprung von Olaf Stark (Platz 6) auf Stefan Sendtko (Platz 7) war auch hier mit 0,03 Punkten rekordverdächtig knapp.


11:42 Uhr Ortszeit: Wolkenwürste bei Wittstock/Dosse

17:50 Uhr Ortszeit über Lauenburg, noch 20 km bis Grambek
und über 500 DMSt-km auf der Uhr (Fotos: Jörg Arnold)

Dienstag war schließlich ein bisschen die Luft raus, vermutlich mussten bei einigen Piloten auch mal wieder die Bedürfnisse des Arbeitgebers befriedigt werden. Insgesamt zehn Flüge wurden noch gemeldet, wobei die ersten drei Plätze nach Schleswig-Holstein gingen: Ullrich Schwarz (Segeberg) flog mit seinem Nimbus 3 mal gegen den Uhrzeigersinn über Burg bei Magdeburg nach Neustrelitz und zurück nach Wahlstedt - 584 km. Hinrich Spielmann toppte sein Ergebnis vom Vortag (350 km angemeldet) noch einmal mit einem angemeldeten 409-km-Dreieck. Hans-Werner Grosse knackte beim weitesten Flug des Tages mit einem Vieleck über Templin, Lüneburg und Neustadt-Glewe knapp die 600-km-Marke („[...] und Karin hat geschimpft.“). Platz 4-6 gingen nach Oehna, wobei wie schon am Vortag Olaf Stark (Pinneberg) vorne lag.

Der Mittwoch sah morgens mit gleichmäßigen, schmalen Wolkenstraßen über Lübeck noch gut aus, gegen Mittag trocknete der Himmel dann komplett ab. Hans-Werner Grosse gelang dennoch eine Rückkehr ohne Motorhilfe, Tagessieg mit 243 km („Dann passten wir mit dem Riesenvogel in viele Bärte nicht hinein - harte Arbeit! Vorteil: im Funk war es ganz ruhig.“). Platz zwei und drei gingen mit immerhin noch über 100 km an Arne Schierenbeck und Stefan Sendtko (beide Kropp) nach Oehna.

Ein vorwiegend deprimierend dunkler Donnerstag erlaubte keine OLC-Punkte in Schleswig-Holstein. Dafür meldete sich Johannes Loers (Dithmarschen) mit seiner ASW 19 und 334 km aus Schmallenberg zu Wort. Leider verschenkte Johannes viele OLC-Plus-Punkte, weil ihm am Ende etwas mehr als 1 km fehlte, um seinen Flugweg zu schließen. Hätte er den F-Schlepp über dem Platz beendet, wäre das nicht passiert.

Freitags wurde Optimismus verbreitet, der allerdings nicht überall mit größeren Erfolgen bestätigt wurde. Im Norden flog Alwin Kroh (Flensburg) bis nach Kolding nach Dänemark hinein und gönnte sich anschließend über dem Wattenmeer den Blick auf Sylt - Tagessieg mit 365 km, wobei im ersten Teil des Fluges oft an der 500m-Marke gekratzt wurde. Einfach sieht anders aus. Platz zwei und drei gingen mal an andere Kropper: Junior Tim Liesegang flog von Oehna aus 309 km mit LS8, Christian Cramer von Neustadt-Glewe aus 301 km mit Ventus 2cT/18m. Nach mühsamem Start mit fünfmaliger Motorhilfe gelangen Ullrich Schwarz mit Wilfried Graupner im Duo XLT noch 213 km mit Wende kurz vor Lüneburg, Helmut Keuchel (ebenfalls Segeberg) erkämpfte zwischen Lübeck und Hohenwestedt 210 km.

Das Wochenende wurde von recht stabiler Warmluft dominiert. Es wurde viel geschwitzt im Cockpit, der Sonntag war dank Hoch „Achim“ der bisher heißeste Tag des Jahres. Für längere Strecken war die Thermik zu schwach und unzuverlässig. OLC-aktiv war nur Lübeck mit kleineren Strecken im Gleitwinkel des Platzes am Samstag - die anderen PilotInnen haben offenbar (zu recht) dem Freibad den Vorzug gegeben.

Zu den Tabellen:

In der Junioren-Einzelwertung wurden diese Woche nur acht Punkte vergeben. Natürlich liegt Axel Looft als Gesamt-Wochensieger vorne, mit deutlichem Abstand folgen Neuzugang Tim Liesegang, der auf Anhieb Platz zwei schafft, Johannes Loers und Florian Voss (Grambek). Als weiteren Neuzugang begrüßen wir Leonard-Benjamin Krause (Kropp) mit seinen ersten beiden Landesligapunkten.

In der Gesamtwertung gerät Thilo Schefflers erster Platz deutlich unter Druck, Axel Looft ist nun bis auf drei Punkte an ihm dran! Floran Voss macht einen Platz gut auf die drei, ansonsten ist aufgrund der geringen Beteiligung in Woche 21 keine große Bewegung in den Top-10.

Die Jugendvereinswertung findet diese Woche ausnahmsweise mal völlig ohne Condor statt. Grambek kann sich daher an der Spitze weiter absetzen, Condor hat aber noch Chancen, den Spitzenplatz zurückzuerobern. Dithmarschen macht einen Platz gut und teilt sich nun Platz acht mit Uetersen. Kropp ist dank Tim und Leonard-Benjamin neu in der Jugendvereinswertung vertreten, an der Platzierung kann man noch was machen :-).

Die ersten neun Plätze der Senioren-Einzelwertung wurden am Montag erflogen, es gilt also das oben Beschriebene. Hinter Ullrich Schwarz sind Platz 2-8 in der Gesamtwertung noch heiß umkämpft. Diese Woche klettern Jörg Arnold von 4 auf 3, Axel Looft von 8 auf 4 und Hans-Werner Grosse von 6 auf 5. Auch hinter der Top-10 geht es noch sehr eng zu, hier ist fast alles möglich.

Die minimal kleineren Strecken der Segeberger hatten diese Woche große Konsequenzen in der Senioren-Vereinswertung - die Lübecker auf dem ersten Platz ziehen weiter davon, Grambek kann auf den zweiten Platz überholen und ist mit dem besten Wochenergebnis Lübeck dicht auf den Fersen. Kropp schließt mit einer weiteren sehr guten Woche gefährlich auf den viertplatzierten Condor auf, Dithmarschen auf der 9 hat Neumünster nun fast eingeholt.

Schülererfolge

Wie bereits vermutet, haben wir im letzten Bericht noch mindestens einen Schülererfolg vergessen: Am Samstag, 11.8., flog Diego Niermann (Grambek) mit einem Mistral-C 70 km überland nach Pinnow - herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg bei der praktischen Prüfung


Startaufbau auf der Grambeker Heide (Foto: Jörg Arnold)

Alternative Wertungen

Neben unserer Landesliga gibt es noch viele andere Möglichkeiten, die Streckenflugergebnisse von Schleswig-Holsteinischen Piloten zu betrachten. Wir hoffen, dass diese Aufstellung dem ein oder anderen Piloten hilft, seine spezielle Nische zu finden, bzw. den Vereinen eine Orientierung bietet, wo das Engagement noch verstärkt werden könnte.

Fangen wir zunächst mit den weniger beachteten Wertungen an. Im letzten Jahr wurde eine spezielle Oldtimerwertung eingeführt, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass sich die Oldies auch mit Index praktisch nicht mit den modernen Fliegern vergleichen lassen. Florian Ruckert (bundesweit Platz 42) liegt mit seinen Ka-6-Flügen deutlich vor Christian Bielenberg, Jan-Michael Mette, Ingo Bielenberg und Jonas Hartwig. Insgesamt flogen in S-H diese Saison nur noch 18 Piloten Holz und Gemischtbauweise überland.

Ebenfalls wenig beachtet werden in Schleswig-Holstein die verschiedenen Speedwertungen. In der Speed-OLC-Einzelwertung S-H liegt Christoph Schwarz (bundesweit Platz 37) vor Hans-Werner Grosse, Ullrich Schwarz, Hendrik Geilsdorf und Jörg Arnold. Die Vereinswertung führt in S-H Lübeck klar vor Grambek und Segeberg an, bundesweit liegt aufgrund zahlreicher Flüge außerhalb S-Hs hingegen Grambek (Platz 69) vor Lübeck (Platz 74) und Kropp/Condor/Segeberg (Platz 119/120/121).
Für Bundesliga/2. Bundesliga/Quali-Liga zählen ja die jeweils drei schnellsten Flüge eines Vereins am Wochenende mit über 2,5 Stunden Flugdauer. Weil in S-H an vielen Wochenenden leider gar keine Flüge für diese Ligen eingereicht werden konnten, sieht es für uns zur Zeit eher mau aus: Lübeck ist mit Abstand stärkste Kraft, erreicht aber in der Quali-Liga nur Platz 19, Grambek folgt auf Platz 42 und Condor auf Platz 49. Für einen Aufstieg in die 2. Bundesliga müsste Platz 7 erreicht werden.
An guten Wochenenden können wir Schleswig-Holsteiner aber auch bundesweit mithalten, wie einzelne starke Rundenergebnisse zeigen. Vielleicht könnten wir uns mit etwas mehr taktischem Beteiligungsgeschick hier bundesweit deutlich besser präsentieren?

Die Wertung „OLC-Champion“ sieht für Schleswig-Holstein recht ähnlich aus wie die Senioren-Einzelwertung der Landesliga: Ullrich (bundesweit Platz 82) vor Christoph Schwarz, dann Jörg Arnold, Hans-Werner Grosse, Hendrik Geilsdorf. Die OLC-Vereinswertung S-H führt Lübeck mit großem Abstand vor den stärker werdenden Grambekern und Segeberg an. Bundesweit kommt Lübeck auf Platz 63, Grambek mit wesentlich mehr Flügen außerhalb Schleswig-Holsteins liegt auf Platz 66 nur knapp dahinter.

Bei den DMSt-Jugendwertungen kommt es auf die Flugzeugklasse an: Bei der DMSt-Junioren-Standard liegt Florian Voss (bundesweit Platz 31) vor Thilo Scheffler, Florian Peter, Steffen Looft und Georg Serfling. In der DMSt-Junioren-Club führt bei etwas höherem Punkteniveau Axel (bundesweit Platz 10) vor Steffen Looft, es folgen Alexander Dodel, Jan Eric Jensen und Markus Lenthin.

Die DMSt-Frauenwertung führt mit großem Abstand Nadine Sevegnani an (bundesweit Platz 30), es folgen Dyana Schildt, Pamela Lohse, Kerstin Graf und Jaqueline Heckendorf. Ganze 12 Teilnehmerinnen gibt es in Schleswig-Holstein, hier gibt es also noch großen Nachholbedarf! Bitte beachtet, dass für die DMSt-Frauenwertung nur einsitzig geflogene Flüge zählen.

In den klassischen DMSt-Wertungen gibt es folgende Zwischenstände:

  • Offene Klasse: Ullrich Schwarz (höchste Punktzahl aller Klassen!), Hans-Werner Grosse, Jan-Hinnerk Scheel. Insgesamt nur 7 Teilnehmer, auch hier tut Verstärkung not. Keine Damen in der Wertung.
  • 18m-Klasse: Auf sehr hohem Punktniveau Hendrik Geilsdorf vor Ingo Bielenberg und Stefan Sendtko. 35 TeilnehmerInnen.
  • 15m-Klasse: Jörg Arnold vor Martin Knops und Piet-Ansgar Scheffler. Nur 19 Teilnehmer, dementsprechend schwächere Konkurrenz. Keine Pilotinnen.
  • Standardklasse: Florian Voss vor Alwin Kroh und Thilo Scheffler. Mit 74 PilotInnen sehr gute Beteiligung, Ergebnisse aber deutlich punktschwächer als in der 18m-Klasse. Hier geht auch noch was.
  • Clubklasse: Hinrich Spielmann vor Axel Looft und Holger Arnold. Sehr hohe Punktzahlen in den Top-5, mit 76 TeilnehmerInnen sehr gute Beteiligung.
  • Doppelsitzer: Christoph Schwarz vor Olaf Stark und Eckhard Schwartz. Fantastische Punktzahlen auf Platz 1 und 2, über 1500 Punkte bis Platz 5, danach stark abfallend. Mit 82 PilotInnen zwar gute Beteiligung, viele haben aber nur einen einzigen Flug gemacht. Auch in dieser Klasse ist also noch einiges drin.

Erfreulich sind insgesamt die weitgehend überlappungsfreien Medaillenränge. Offenbar haben wir genügend TeilnehmerInnen, so dass nicht ein einzelner Pilot überall absahnen kann.

Rückblick auf die WM in Uvalde/Texas

Für diejenigen, die die WM weniger verfolgt haben, hier ein paar Highlights: Das Wetter muss fantastisch gewesen sein, es konnte an allen 13 Wettbewerbstagen in allen Klassen geflogen werden, daher wurden so viele Punkte wie noch nie erzielt (über 12000 an der Spitze!). Die dabei erzielten Schnittgeschwindigkeiten lagen meistens im Bereich von 150 km/h! Es gab kaum Unterschiede zwischen 15m, 18m und offener Klasse, bei dermaßen starkem Wetter ist man sich offenbar nahezu ebenbürtig.

In der 15m-Klasse lieferten sich von Anfang an Sebastian Kawa (Polen, Diana 2) und Matthias Sturm (ASW-27) ein heißes Duell um Platz 1. Nach zahlreichen Tagessiegen von Matthias Sturm sah es zunächst nach dem Weltmeistertitel für Deutschland aus, ein für Matthias tragischer 10. Wettbewerbstag (Platz 33) kam schließlich leider doch noch dazwischen - nun ist er hinter Sebastian Kawa Vize-Weltmeister, herzlichen Glückwunsch! Ansonsten flogen in der 15-m-Klasse noch David Bauder und die amtierende Weltmeisterin Susanne Schödel. Zwischendurch lag David mehrere Tage auf Rang 3 und 4, am Ende wurde ein 9. Platz daraus. Susanne flog nach sehr gutem Start (Platz 9) im Mittelfeld mit, Platz 21 von 37 war das Endergebnis. Überschattet wurde Tag 12 von einer mid-air collision: Peter Hartmann (Österreich) und Louis Bouderlique (Frankreich) stießen beim Kurbeln zusammen, Peter musste wegen eines zerstörten Leitwerkes aussteigen. Zum Glück ist bis auf Rückenschmerzen bei Peter keinem der beiden Piloten etwas passiert. Der Tag wurde daraufhin für die 15-m-Klasse neutralisiert.

Michael Streit und Robert Schröder (beide ASG-29) in der 18-m-Klasse hatten einen schlechten Start, arbeiteten sich dann aber langsam nach vorne. Michael wurde letztlich 5., Robert fiel leider am letzten Wettbewerbstag im dicht gedrängten Spitzenfeld noch von Platz 6 auf Platz 14 zurück. Zbigniew Nieradka (Polen) konnte seinen Weltmeistertitel souverän verteidigen.

Am ersten Wettbewerbstag kamen in der Offenen Klasse nicht alle Piloten rum, auch Michael Sommer (EB-29), Tassilo Bode und Holger Karow (beide Quintus M) gehörten nicht zu den Glücklichen. In einer spannenden Aufholjagd von Michael und Tassilo wurde danach der Rückstand auf Laurent Aboulin (Frankreich) beinahe täglich verkürzt, es reichte am Ende aber nicht ganz: Start-Ziel-Sieg für Laurent, Platz 2 für Michael und Platz 4 für Tassilo. Holger konnte Platz 12 erreichen. Der von Technikfreunden mit großer Spannung erwartete Auftritt der neuen Generation von Offene-Klasse-Flugzeugen (Concordia, Quintus, Antares 23, JS1-C) ergab bei diesen starken Wetterbedingungen keinen klaren Sieger. Tendentiell fanden sich die neuen Flugzeuge eher an der Spitze wieder und die alten Muster hinten - ein paar Ausnahmen bestätigten aber diese Regel. Laurent wurde mit Quintus Weltmeister, die Tagessiege gingen aber gut verteilt auch an Antares 23, Concordia, JS1-C und EB-29.

Alle Ergebnisse sind in Soaring Spot zu finden. Sehr lesenswert sind außerdem die Teamblogs von Deutschland und Österreich und natürlich die Berichterstattung auf Soaring Café.

Alle Tabellen der Landesliga finden sich wie immer in der PDF-Datei.

Viel Spaß mit Woche 22 und allzeit gute Landung wünschen Euch

Nadine, Winfried und Florian

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